Aufgrund der Corona Situation, konnten wir dieses Frühjahr 2020 nicht nach Nepal reisen. Aber natürlich sind wir auch so in ständigem Kontakt mit den Kids – per E-Mail und WhatsApp.

    Vorab die gute Nachricht: STAND HEUTE SIND ALLE GESUND UND MUNTER 👍👍👍

    Das Virus ist natürlich auch in Nepal angekommen. Mitte März hatte die Regierung den kompletten LOCKDOWN beschlossen. Auch alle Schulen, Colleges  und Universitäten wurden geschlossen. Viele Prüfungen wurden verschoben, allerdings haben einige der Kinder die Resultate der letzten Prüfungen noch erhalten - sie sind durchweg mehr als zufriedenstellend ausgefallen. Viele haben jetzt online Unterricht, einige konnten sogar Prüfungen ablegen. Für die Meisten ist dieses halbe Schuljahr allerdings verloren.

    Der Schulleiter der CMHS Schule hat demgemäß auch das Schul-Hostel geschlossen - alle Kinder mussten binnen 2 Tagen das Hostel verlassen. Die Kinder, die Familie haben, sind zu ihnen gezogen, aber wir hatten noch ein Mädel dort, das wirklich NIEMANDEN hat;  wohin mit ihr? In unserem Förderprogramm haben wir 3 Mädchen mit einer alleinerziehenden Mutter. Sie war bereit, in ihrer Einzimmerwohnung, nicht nur ihre 3 Mädels zu betreuen, sondern auch dieses Mädchen noch bei sich aufzunehmen. Ich bin dieser Mutter sehr dankbar, denn in dieser Zeit sollte wirklich keiner - und vor allen Dingen kein unerfahrenes Mädel - alleine untergebracht sein. Wie sie auf dem Bild sehen können, sind alle Mädchen dort gut angekommen:


    Berichten möchte ich auch darüber, wie toll der Zusammenhalt der Kinder untereinander ist. Eines unserer kleineren Mädchen musste letztens für einige Tage ins Krankenhaus. Das bedeutet  intensive Patienten-Rundumversorgung  von außerhalb. In einem solchen Fall sind die Angehörigen gefordert: Medikamente besorgen, Essen bringen, Tag - und Nachtwache. Es muss immer jemand da sein, der sich um die Patientin kümmert. Das haben unsere GROßEN super gemanagt.

    Der LOCKDOWN ist streng, NIEMAND darf die Wohnung ohne Passierschein verlassen. Das heißt für die meisten: KEINERLEI EINKOMMEN!!!

    Bild: The Himalayan Times

    Die derzeitige Verlängerung der Ausgangssperre läuft bis zum 14. Juni. Ein Ende des SHUTDOWN ist fraglich, da sich die Lage in den letzten Tagen dramatisch zugespitzt hat. Während es laut offiziellen Meldungen in den Monaten April und Mai nur wenige Infizierte gab, sind seit Ende Mai - mit jetzt vorhandenen, wenn auch geringen Testkapazitäten - die Zahl der Neuinfizierten rasant angestiegen. Die neusten Zahlen der Tage über Pfingsten:

    NEPAL Donnerstag Freitag Samstag Sonntag Montag Dienstag
    Neuinfizierte 156 170 189 160 226 288
    Bei einer Bevölkerung von circa 28 Millionen

    Die Dunkelziffer ist sicherlich hoch. Erschreckend sind jedoch nicht nur der Verlauf, sondern auch die entsprechenden Begleiterscheinungen. So ist die Selbstmordrate exorbitant angestiegen und das wird sich fortsetzen, da die Menschen nicht wissen, wie sie sich ohne Einkommen ernähren sollen.

    In den Familien unsere Kinder - meist alleinerziehende Mütter ohne Ausbildung, die den Familienunterhalt mit putzen bestreiten - war schnell kein Geld mehr für Miete sowie Essen und Trinken vorhanden. Also haben wir beschlossen, diesen Familien jetzt beizustehen. KiN bezahlt übergangsmäßig, dort wo notwendig, die Mieten sowie Essensgeld und natürlich die ärztliche Versorgung, wenn nötig. Zum Glück sind damit in Kathmandu erst einmal alle versorgt. Einige der Kinder sind glücklicherweise bei Verwandten in ihren Heimatdörfern, wo es wenigstens etwas zu essen gibt.

    Es ist toll, wie der Zusammenhalt in der Gruppe zwischen den Kindern funktioniert. Auch in dieser schwierigen Zeit mussten einige Kinder zum Arzt oder in ein Hostel umziehen, was von unseren großen Jungs gemanagt wurde. Sie sind alle sehr vorsichtig und unterstützen sich gegenseitig, wo immer es geht.

    Zum Schluss noch ein Blick auf die Umsetzung der Ausgangssperre in Kathmandu. Auf die Straße darf man nur zum Einkaufen oder mit Passierschein. Abweichler werden teils mit einer „Abstandsgreifzange“ eingefangen und abtransportiert.

    Nepali Times

    Es kann einem aber auch passieren, dass man wie unten zu sehen, öffentlichkeitswirksam eingesperrt wird. Das dient der Abschreckung. Tja, andere Länder, andere Sitten.

    NBC News

    Soviel für heute.

    Mit herzlichen Grüßen und - bitte bleiben Sie gesund.

    Ihre
    Renate Schlitt


    Ältere Berichte (Download):
    Reisebericht November 2019
    Reisebericht April 2019
    Reisebericht November 2018
    Reisebericht April 2018

    Neuigkeiten

    • Bericht Juni 2020

        Aufgrund der Corona Situation, konnten wir dieses Frühjahr 2020 nicht nach Nepal reisen. Aber natürlich sind wir auch so in ständigem Kontakt mit den Kids – per E-Mail und WhatsApp. Vorab die gute Nachricht: STAND HEUTE SIND ALLE GESUND UND MUNTER 👍👍👍 Das Virus ist natürlich auch in Nepal angekommen. Mitte März hatte die Regierung den kompletten LOCKDOWN beschlossen. Auch alle Schulen, Colleges  und Universitäten wurden geschlossen. Viele Prüfungen wurden verschoben, allerdings haben einige der Kinder die Resultate der letzten Prüfungen noch erhalten - sie sind durchweg mehr als zufriedenstellend ausgefallen. Viele haben jetzt online Unterricht, einige konnten sogar Prüfungen ablegen. Für die Meisten ist dieses halbe Schuljahr allerdings verloren. Der Schulleiter der CMHS Schule hat demgemäß...

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